Perspektive der unbegleiteten minderjährigen Ausländer*innen (UMA) in Deutschland

 


Drittmittel-Projekt: Perspektive der unbegleiteten minderjährigen Ausländer*innen (UMA) in Deutschland

Beginn: April 2019  

Dauer: Mai 2020

Projektteam: Laura Scholaske (Projektkoordination), Roland Hosner, Lara Kronenbitter

Fördergeber:BMFSFJ

 


 

Die Studie widmet sich dem subjektiven Empfinden der eigenen Lebenssituation von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten und jungen Volljährigen, die zwischen November 2015 und 2019 unbegleitet nach Deutschland eingereist sind und (vorläufig) in Obhut genommen wurden.

Unbegleitete Minderjährige sind eine besonders schutzbedürftige Gruppe. Im Januar 2019 waren in Deutschland über 41.000 ausländische Jugendliche und junge Erwachsene in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit.

Vor dem Hintergrund der Einführung einer bundesweiten Aufnahmepflicht 2015 hat der Gesetzgeber die Bundesregierung verpflichtet, die Wirkungen des Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung unbegleiteter ausländischer Kinder und Jugendlicher zu untersuchen und dem Bundestag bis zum Dezember 2020 über die Ergebnisse zu berichten. Diese Gesetzesevaluation besteht aus drei Teilen, eine davon wird die subjektiven Perspektiven der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen.

Die Studie untersucht insbesondere die (Un-)Zufriedenheit mit dem Leben und der Gesundheit, mit Bildung und Ausbildung und Interaktionen mit Institutionen in Deutschland (Kinder- und Jugendhilfe) und soziale Netzwerken, sowie die Erwartungen und Zukunftswünsche.

Das Mixed-Methods-Design der Studie umfasst eine qualitative Komponente (60 Leitfadeninterviews) sowie eine repräsentative quantitative Komponente (standardisierte Befragung mit 1.000 Interviews, voraussichtlich mit Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Gambia). Bei der Auswertung der Daten wird unter anderem die Methode der Sozialen Netzwerkanalyse angewendet.

Befragt werden Jugendliche in vier deutschen Bundesländern: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen und Hamburg. Ethische Standards für die Befragung von minderjährigen Geflüchteten werden besondere Berücksichtigung finden.