Ältere Migrantinnen und Migranten

 


Projekt: Ältere Migrantinnen und Migranten (ggf. Monitoring)

Beginn: 1.10.2018

Dauer: langfristig; erste Projektphase 24 Monate

Mitarbeitende: Dr. Christian Hunkler


 

Inhalt und Fragestellung

Die Zuwanderungen und die allgemeine demographische Entwicklung haben die Thematik der spezifischen Situation älterer Migrantinnen und Migranten verstärkt in den Fokus der Integrationsforschung gerückt. Im Jahr 2010 waren von den Personen mit Migrationshintergrund 1,5 Millionen beziehungsweise 9,4 Prozent 65 Jahre und älter. Bis Anfang der 2030er Jahre wird eine Zunahme von älteren Menschen unter den Migranten auf 15 Prozent erwartet. Ziel dieses Projektes ist der Aufbau eines systematischen und umfassenden Monitorings der Lebenssituation älterer Menschen mit Migrationshintergrund. Folgende Bereiche sind von unmittelbarem Interesse:

  • Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen (mögliche Indikatoren und Themen sind z.B. Lebenserwartung, Gesundheitszustand, Gesundheitsdienstleistungen, Pflegepräferenzen, kultursensible Pflege)
  • Materielle Lage (z.B. Alterssicherung bei Personen, die in mehreren Ländern gelebt und gearbeitet haben, soziale Mobilität in der Generationenfolge, Wohnsituation)
  • Erwerbspartizipation (z.B. Erwerbsverläufe, Übergang in den Ruhestand)
  • Unterstützungsnetzwerke (z.B. formelle und informelle Unterstützung, Nutzung der Technologie)
  • Wohlbefinden (z.B. Lebenszufriedenheit, Einsamkeit)
  • Gesellschaftliche Partizipation (z.B. Teilhabemöglichkeiten, Zugehörigkeitsgefühl, Partizipation im Rahmen von Migranten-Organisationen, Partizipation und Integration in ländlichen Räumen)
  • Wahrgenommene Altersdiskriminierung

Dabei soll das Monitoring die grenzüberschreitende Mobilität/temporäre Migration nicht aus dem Blick verlieren und deren Unterstützungsnetzwerke in Deutschland und im Ausland miterfassen. Die Lebenssituation und Versorgung werden dabei mit besonderem Augenmerk auf die Unterschiede zwischen (Groß)Stadt und Land untersucht. 

Methodik und Arbeitsschritte

In den ersten Phasen des Projektes erfolgt eine umfassende Bestandsaufnahme des Forschungsstandes und früherer Versuche eines angemessenen Reportings. Vorhandene Datensätze werden daraufhin systematisch überprüft und re-analysiert. Daraufhin wird ein System von aussagekräftigen Indikatoren erstellt. Die Arbeiten münden in einen Vorschlag, wie – gegebenenfalls mit Add-ons zu vorhandenen Surveys oder mit einer gänzlich neuen Erhebung – die vorhandenen Lücken geschlossen werden können. Dabei wird eine enge Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) und mit der Arbeitsgruppe des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) am Max-Planck-Institut (MPI) für Sozialrecht und Sozialpolitik in München angestrebt.