Auswirkung von Politik auf Integrationsverläufe


Projekt: Generationsübergreifende Integrationsverläufe

Projektlaufzeit: Januar 2021 – Dezember 2022

Projektleitung: Dr. Niklas Harder

Projektmitarbeiterin: Linda Maciejewski


 

Inhalt und Fragestellung

In der empirischen Integrationsberichterstattung werden Menschen mit Migrationserfahrung (Erste Generation) und ihre Kinder (Zweite Generation) bzw. Enkel (Dritte Generation) meistens als getrennte Generationen betrachtet und diskutiert. Da in Deutschland, auch unabhängig von dem Zuwanderungskontext, Lebensentscheidungen und Lebenswirklichkeiten der Menschen stark vom Elternhaus abhängig sind, wird dieses Projekt die isolierte Betrachtung der Generationen auflösen und das Verständnis von Integration im familiären und intergenerationalen Kontext theoretisch und empirisch weiterentwickeln. Dabei soll der Blick nicht nur darauf gerichtet sein, wie die Positionen älterer Generationen die Lebenswirklichkeiten jüngerer Generationen beeinflussen. Das Forschungsinteresse bezieht sich auch auf die Frage, wie jüngere Generationen sich auf die Bedürfnisse ihrer älter werdenden Eltern und Großeltern einstellen und somit auch die Lebenswirklichkeiten älterer Migrant*innen in Deutschland prägen.

Das Projekt fragt, inwiefern Integrationsverläufe von Eltern bzw. Familien beeinflusst werden. Dabei soll dieser Einfluss mit den Einflüssen individueller Entscheidungen und den der gesellschaftlichen Institutionen (z.B. Schulen) verglichen werden. Im Fokus des Projekts stehen besonders die Bereiche soziale Mobilität (Bildung und Arbeit), gesellschaftliches Engagement, Werte und die allgemeine Lebenszufriedenheit. Aufbauend auf deskriptiven Analysen werden vier spezifische Fragen fokussiert:

1. Wie sehr hängt der soziale Status und die soziale Mobilität der Nachkommen von Eingewanderten von ihren Eltern ab und unterscheidet sich diese Abhängigkeit von den Abhängigkeiten in der „Mehrheitsgesellschaft“?

2. Kann die postulierte Re-Ethnisierung der „dritten Generation“ empirisch belegt werden und trifft diese Re-Ethnisierung gleichermaßen auf alle Nachkommen von Eingewanderten zu oder hängt sie von Familienkonstellationen ab?

3. In welchem Maß vererbt sich soziales Engagement und welche Auswirkung hat ein solcher Vererbungsprozess auf das soziale Engagement der Nachkommen von Eingewanderten?

4. Unterscheidet sich die Lage von Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund von denen ohne Migrationshintergrund und besteht hier besonderer Bedarf an staatlicher Unterstützung?


Methodik 

Im ersten Schritt werden die Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund in den Daten identifiziert und anschließend mit Alleinerziehenden ohne Migrationshintergrund verglichen. Als Datengrundlage dienen der AID:A 2019  und der AID:Amig+ Datensatz.

Alleinerziehende sind ein fester Bestandteil der verschiedenen Lebens- und Familienformen in Deutschland. Etwa 19 % dieser Ein-Elternteil-Gruppe lebt alleine mit ihren Kindern in einem Haushalt. Von besonderem Interesse ist hierbei für das vorliegende Projekt, ob sich Alleinerziehende mit Migrationshintergrund von Alleinerziehenden ohne Migrationshintergrund unterscheiden und wo diese Unterschiede, falls bestehend, liegen.

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Eigene Veranstaltungen

DeZIM meets taz talk: Gibt es eine „Dritte Generation?“ – und wozu wollen wir das wissen?

Vom 02.12.2020. Abrufbar hier.

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