SOLiDi – Solidarity in Diversity

 


Projekt: SOLiDi – Solidarity in Diversity

 

Projektlaufzeit: Januar 2020 – Dezember 2024

Projektleitung: Prof. Magdalena Nowicka

Projektmitarbeiter*innen: Lea Baro

Finanzierung: Europäische Kommission (Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Network)

Kooperation: Universiteit Antwerpen, Katholieke Universiteit Leuven, National University Of Ireland Maynooth, University Of Durham, University Of Leicester, Universita Ta Malta, Stichting Universiteit Voor Humanistiek, Stockholms Universitet, Universitat Wien

Hier geht es zur SOLiDi Webseite der Universität Antwerpen

 


 

Inhalt und Fragestellung

In den letzten zehn Jahren wurden durch den Aufstieg nationaler Populisten verschiedene Formen der Solidarität unter Druck gesetzt, insbesondere diese, die ethnisch-kulturelle Grenzen überschreiten. Die Herausforderung für die europäischen Demokratien besteht darin, die Bedingungen zu ermitteln, unter denen die Solidarität in der Vielfalt gefördert werden kann. Um dieser dringenden Herausforderung zu begegnen, entwickelt das Europäische Netzwerk "Solidarität in der Vielfalt" (SOLiDi) ein Ausbildungs- und Forschungsprogramm, das in Fokus die Frage stellt, wie Solidaritäten über kulturelle Grenzen hinweg erzeugt werden können.

Den Ausgangspunkt der Untersuchung bilden die lokalen Konstellationen und die Praktiken der Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, kulturellen und religiösen Zugehörigkeiten, die sich in verschiedenen Solidaritätsnetzwerken engagieren. Aufbauend auf dem interkulturellen Paradigma wird SOLiDi mit einem intersektionalen Verständnis dazu beitragen, die ortsbasierten Solidaritätspraktiken, die durch soziale Ungleichheiten und ungleiche Machtverhältnisse geprägt sind, zu verstehen. Zu diesem Zweck bringt SOLiDi eine Gruppe internationaler Wissenschaftler*innen aus Soziologie, Geographie und Bildungswissenschaften und eine Reihe nicht-akademischer Partner zusammen. SOLiDi wird 15 Nachwuchswissenschaftler*innen in relevanten Theorien, Forschungsmethoden und Forschungsethik ausbilden, die selbst zu Praktiken ortsbasierter Solidaritäten in Vielfalt in unterschiedlichen geografischen, politischen und organisatorischen Kontexten forschen werden.

Das Ziel ist es, eine neue Vision der Solidarität zu formulieren, die die Besonderheiten unterschiedlicher Orte und Gesellschaften berücksichtig. Durch das Netzwerk und Ausbildung der neuen Generation von Fachleuten werden Organisationen mit innovativen Instrumenten ausgestattet, um die Solidarität in der Vielfalt effektiver zu fördern.


Methodik

Das Teilprojekt (Promotionsvorhaben) am DeZIM-Institut „Von der Repräsentation zur Solidarität: Stärkung der Demokratie durch politische Beteiligung von Migranten*innen“ zielt darauf ab, die Rolle öffentlicher und gemeinnütziger Akteure bei der Erleichterung ortsbezogener Solidaritätspraktiken durch die angemessene Vertretung von Migrant*innen in öffentlichen Institutionen zu verstehen. Dabei wird der Fokus auf die Arbeit der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) liegen. Die BKMO schlägt Maßnahmen vor, die sich direkt auf die ortsbezogene Solidarität auswirken können, wie die Schaffung von Quoten für die Beschäftigung im öffentlichen Sektor und die Einrichtung von Antidiskriminierungszentren.

Erwartete Ergebnisse: (1) Literaturbericht über Solidarität und Vielfalt in Deutschland mit Schwerpunkt auf öffentlicher Politik (lokal, regional, national); (2) empirische Analyse der Strategien der BKMO und ihrer Verhandlungen mit öffentlichen Institutionen zur Schaffung einer angemessenen Vertretung ethnischer Minderheiten innerhalb öffentlicher Institutionen und ihrer Auswirkungen auf die Solidarität in der Vielfalt; (3) Forschungshandbuch zur partizipativen Aktionsforschung mit Migrantenorganisationen; (4) Dissertation.

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Aktueller Stand

In der ersten Phase (bis Ende 2018) wurden die ersten verfügbaren Datensätze beschafft und für die Analyse aufbereitet. Mit dem Antrag AID:A Mig+ (gemeinsam mit dem DJI) wurde auch die Grundlage für die Erhebung neuer Daten geschaffen, die nicht nur in diesem Projekt zukünftig ausgewertet werden sollen. Allerdings konnte die Stelle erst ab dem 1. Januar 2019 besetzt werden, weshalb es in der Datenauswertung zu Verzögerungen gekommen ist.

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Weitere Arbeitsschritte

In der nächsten Projektphase sollen zuerst die bald verfügbaren Daten aus dem Mikrozensus 2017 ausgewertet werden. Es wird erwartet, dass die AID:A Mig+ Daten noch 2019 zur Verfügung stehen werden. Diese erlauben die Analyse der zentralen Integrationsdimensionen zwischen den jeweiligen Zuwanderungsgenerationen (dritte Generation im Vergleich zu erster und zweiter sowie zu Personen ohne Migrationshintergrund).

Am Ende dieser Projektphase steht ein ausführlicher Bericht, der den Wissensstand über die relativen Erfolge der dritten Generation im Hinblick auf die derzeitigen Studien und die vorhandene Datenlage zusammenfasst. Damit verbunden wird eine ausführliche Beurteilung, wie sich dies perspektivisch in eine langfristige Beobachtung umsetzen lässt. Dies wird gegebenenfalls in einen Antrag auf eine notwendige Datenerhebung für spätere Projektphasen münden.

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