VISION – Envisioning Convivial Europe

 


Projekt: VISION – Envisioning Convivial Europe

Projektlaufzeit: Januar 2022 – Dezember 2025

Projektleitung: Prof. Magdalena Nowicka

Projektmitarbeiter*innen: N.N., Larissa Kokonowskyj

Finanzierung: Drittmittel (Volkswagen Stiftung)

Kooperation: Prof. Dr. Kyoko Shinozaki, Department of Sociology Division of Political Science and Sociology Paris Lodron Universität Salzburg, Prof. Dr. Maggi Leung International, Development Studies Faculty of Social and Behavioural Sciences University of Amsterdam, Dr. Bianca Szytniewski, Assistant Professor, Geosciences Utrecht University

Projektbeschreibung: Weitere Informationen (English only)

 


 

Inhalt und Fragestellung

Das Projekt fokussiert zwei Aspekte, die für das Erreichen einer konvivialen europäischen Gesellschaft relevant sind: die Lebensbedingungen in Europas schrumpfenden Regionen ("innere Peripherien") und ihre Verflechtungen mit dem transnationalen Regime der mobilen, temporären Arbeit. In diesem Zusammenhang interessiert sich das Projekt insbesondere für die Verschränkungen zwischen Geschlecht und Generation, um besser zu verstehen, die soziale Ungleichheit in Europa reproduziert wird. Ziel dieses Projekts ist es, eine neue Erzählung über den gesellschaftlichen Wandel in Europa zu entwickeln. Empirisch untersucht das Team die „inneren Peripherien“ in Brandenburg und folgt den dort tätigen transnationalen Arbeiter*innen in ihre Herkunftsorte nach Rumänien und Polen, um die Lebensbedingungen dort zu erkunden. Das Projekt erkennt an, dass diese Orte und Menschen über Ressourcen verfügen, um Europa konvivialer zu gestallten. Durch die Untersuchung der translokalen Verflechtungen zwischen den "inneren Peripherien" Europas soll eine neue Perspektive entwickelt werden, die sich deutlich von dem bisher dominanten Diskurs unterscheidet, die Mobilität als Transfer zwischen den reichen und armen Regionen begreift. Dabei will das Projekt die Vernetzung der „inneren Peripherien“ in Europa beleuchten und die Narrationen über sie beeinflussen.

Forschungsfragen:

1) Wie wird das lokale Leben in den "inneren Peripherien" Europas durch die Herausforderungen der Bevölkerungsalterung sowie der internationalen Mobilität beeinflusst?
Welchen Einfluss hat die Abwanderung/Abwesenheit junger Arbeitnehmer*innen auf das Familien- und Gemeinschaftsleben?
Gibt es Besonderheiten in Bezug auf Geschlecht und Generation?
Wie wird Solidarität zwischen den Generationen und den mobilen und nicht-mobilen Bewohner*innen gestaltet?
Welche Ideen gibt es lokal, um dem geringen ökonomischen Wachstum entgegenzuwirken?
Wie wird das Leben der Menschen in den "inneren Peripherien" durch mobile ausländische Arbeitnehmer*innen beeinflusst?

2) Wie sehen die Lebenswelten der mobilen Arbeitnehmer*innen aus?
Welche Zukunfsperspektiven stellen sie sich vor?
Wie erleben ausländische Arbeitskräfte aus Europa die Mobilität zwischen den Arbeitsstellen und von Arbeitsorten, und auf welche Weise sind ihre Erfahrungen geschlechtsspezifisch?
Wie wirkt sich die mobile Arbeit auf ihre Bindungen zu den Orten, deren soziale Beziehungen, Familien und Freunde aus?
Welche Zukunftsvorstellungen haben sie?
Wie unterscheiden sich die Zukunftsvorstellungen von Männern und Frauen, älteren und jüngeren Menschen? Welche Rolle spielen dabei lokale, regionale oder nationale Politik, Arbeitgeber*innen, NGOs, Verbände und Vermittlungsagenturen? (WP2)

3) Wie kann eine transformative Politik für die konviviale Zukunft gestaltet werden?
Wie stellen sich mobile und sesshafte Arbeitnehmer*innen das "gute Leben" in den "inneren Peripherien" Europas vor?
Wie können diese Regionen zu lebenswerten, attraktiven Räumen werden?
Welche Ideen für ein konviviales Leben sind bereits umgesetzt worden, z. B. in Bezug auf die Konzepte wie degrowth und green economy?
Wie kann man die politische Beteiligung der lokalen und translokalen Akteuer*innen stärken?
Wie ist eine transformative Politik möglich?

 


Methodik

 

Das Team setzt die visuelle Ethnografie strategisch im Sinne transformativer Forschung ein, um eine Alternative zu der konventionellen binären Terminologie von Wachstum und Niedergang, Gewinner*innen und Verlierer*innen durchzubrechen und neue Erzählungen anzuregen. Alle visuellen Daten werden gemeinsam mit den Forschungsteilnehmenden produziert, um sicher zu stellen, dass deren Wissen, das bisher in dem europäischen und nationalen Diskurs marginalisiert wurde, sichtbar zu machen. Das Filmmaterial sowie weitere visuelle Daten werden mit verschiedenen lokalen, regionalen, nationalen und europäischen Akteur*innen diskutiert, um die nachhaltige Wirkung jenseits der Forschungsorte zu erzielen.

 

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Funded by the Volkswagen Foundation