Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften

 


Projekt: Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften

Laufzeit: 01.06.2019 - 31.12.2020

Projektteam: Dr. J. Olaf Kleist (Projektkoordination), Bahar OghalaiDimitra Dermitzaki


 

Inhalt und Fragestellung

In diesem Pilotprojekt wird ein Monitoring von Schutzkonzepten für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften entwickelt und erprobt sowie eine Evaluation der Schutzkonzepte durchgeführt. Monitoring und Evaluation sind Teil der von der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ entwickelten Mindeststandards (Mindeststandard 6: Monitoring und Evaluierung des Schutzkonzepts). Ziel ist ein einfach zu bedienendes Online-Tool (App) zum kontinuierlichen Monitoring der Umsetzung von Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften unter der Beteiligung von Unterkunftsleitung, Gewaltkoordinator*innen, Sozialarbeiter*innen, Bewohner*innen und weiterer Stakeholder. Parallel findet an zwei Pilotstandorten eine qualitative Evaluation der Gewaltschutzprozesse statt.

Aufbauend auf bisherigen Vorarbeiten einer Indikatorenentwicklung werden zunächst ein Fragebogen und ein modulares System zum Monitoring der Mindeststandards in Zusammenarbeit mit der Bundesinitiative sowie zwei Pilotstandorten entwickelt. Nach einer ersten Erhebung werden die gesammelten Daten unter Berücksichtigung entsprechender Datenschutzrichtlinien und -vereinbarungen, insbesondere hinsichtlich gefährdeter Gruppen (Minderjährige, traumatisierte Geflüchtete etc.) und sensibler Daten der Unterkünfte, ausgewertet, visualisiert und nach Bedarf selektiv (Standorte, Verwaltungsbereiche etc.) zur Verfügung gestellt. Parallel findet an den zwei Pilotstandorten eine qualitative Evaluation der Gewaltschutzprozesse statt, deren Ergebnisse in die Überarbeitung des Monitoring-Tools einfließen werden. Mit Abschluss der Pilotphase soll eine bundesweite Ausweitung des Monitorings geprüft werden.


Methodik

 

Das Projekt nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, der Konzepte und empirische Erkenntnisse des Gewaltschutzes in Beziehung setzt. Das Monitoring basiert auf einer partizipativen Indikatorenentwicklung, der die bundesweiten Mindeststandards sowie Schutzkonzepte teilnehmender Bundesländer zugrunde liegen. Aus den Indikatoren werden Surveys entwickelt, die für Längsschnittanalysen in eine automatische Datenvisualisierung umgesetzt werden. Parallel werden mit einer qualitativen Studie durch Einzelinterviews, Fokusgruppen und ethnographische Beobachtung Prozesse, Resultate und Defizite des Gewaltschutzes untersucht und vor dem Hintergrund von Theorien der Gewalt analysiert. Ergebnisse der qualitativen Evaluation dienen zum einen dazu, das Monitoringinstrument zu überarbeiten, und zum anderen, Empfehlungen zur Stärkung des Gewaltschutzes zu entwickeln.

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Aktueller Stand

 

In den ersten Monaten des Projekts fanden Gespräche mit der Bundesinitiative sowie den Pilotstandorten statt. Anschließend begann die Entwicklung der Indikatoren und Leitfragen für das Monitoring sowie für die Evaluation. Ein Workshop mit Mitgliedern der „Bundesinitiative Gewaltschutz“, Stakeholdern aus der Praxis sowie wissenschaftlichen Beiratsmitgliedern des Projekts wurde abgehalten, ein weiteres Treffen ist für Anfang Dezember in Planung. Parallel wurden die Umsetzung der qualitativen Interviewführung an den Pilotstandorten und die technische Erstellung des Monitoringtools vorbereitet sowie Expertisen zu grundlegenden wissenschaftlichen und transferorientierten Themen des Projekts in Auftrag gegeben.

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Weitere Arbeitsschritte

 

Für das vierte Quartal 2019 sind der Abschluss der Indikatoren- und Fragebogenentwicklung sowie die Entwicklung eines Prototyps des Monitoringtools geplant. Zudem ist die Durchführung der qualitativen Interviews an den Pilotstandorten und deren Transkription vorgesehen. Außerdem wird in Berlin eine Fachtagung unter Einbeziehung von Wissenschaft und Praxis ausgerichtet.

Im ersten Halbjahr 2020 sind die Erarbeitung von Monitoring-Fragebögen und die Anpassung des Monitoring-Tools vorgesehen. Es werden eine Schulung zur Durchführung des Monitorings an den Pilotstandorten und das Monitoring selbst durchgeführt. Die qualitativen Interviews zur Evaluation des Gewaltschutzes werden ausgewertet. Geplant ist zudem die Durchführung einer teilnehmenden Beobachtung an einem Pilotstandort.

In der zweiten Jahreshälfte erfolgt die Auswertung der teilnehmenden Beobachtung sowie des Monitorings. Auf dieser Grundlage werden die Monitoring-Fragebögen und das Monitoring-Tool überarbeitet und angepasst. Zum Ende des Projekts werden Schulungsmaterialien erarbeitet und Schulungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in einer Research Note publiziert und auf einer Fachtagung vorgestellt werden. Abschließend wird ein Konzept zur bundesweiten Ausweitung des Gewaltschutzmonitorings erarbeitet und präsentiert.

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Projekt Veranstaltungen – Tagungen – Workshops

 

Sep. 2019: Fachtagung der Monitoringgruppe „Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“, Ort: DeZIM Institut

Dez. 2019: Fachkonferenz „Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“

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Projektbeirat

 

JProf. Dr. Ulrike Krause, IMIS, Universität Osnabrück

Prof. Dr. Ludger Pries, Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Anja Weiß, InZentIM, Universität Duisburg-Essen

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