Präfigurative Praktiken der Solidaritätskonstruktion

 


Gesellschaftskolleg: Präfigurative Praktiken der Solidaritätskonstruktion

Laufzeit: 01.09.2019 – 31.08.2021

Leitung:  Prof. Dr. Sabrina Zajak

Kooperationspartner*innen: Alissa Starodub; Geoffrey Pleyers, Collège d’Etudes Mondiales (Paris) und University of Louvain, Belgium

Förderung: Studienstiftung des Deutschen Volkes(Nachwuchsförderung)


 

Inhalt und Fragestellung

Präfigurative Politik ist ein Konzept, das eine Welt der horizontalen sozialen Gerechtigkeit durch Praxis vorwegnimmt. Es bezieht sich auf die versuchte Konstruktion alternativer oder utopischer sozialer Beziehungen und Solidarität im Hier und Jetzt. Während die „Politik im Alltäglichen“ und die Konstruktion von „Communities of Solidarity” früher einen kleinen Teil des Handlungsrepertoires sozialer Bewegungen ausmachten, erscheinen sie in der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Konstellation als eine zentrale Figuration politischen Handelns. In dem Gesellschaftskolleg werden wir uns mit verschiedenen präfigurativen Praktiken der Solidaritätskonstruktion auseinandersetzen. Dazu zählen neue Ideen und Praktiken demokratischer Teilhabe und horizontaler Selbstverwaltung ebenso wie neue Solidaritätspraktiken mit Geflüchteten und marginalisierten Gruppen z. B. in selbstorganisierten Camps, Nachbarschaftsprojekten oder politischen Aktivitäten. Das Kolleg verfolgt einen transformativen Forschungsansatz, bei dem es sowohl um das explorative Entdecken als auch um die kollaborative Entwicklung präfigurativer Politiken geht.


Methodik

 

Es kommen partizipative Methoden zur Anwendung und der Ansatz des transformativen Selbstexperiments wird weiterentwickelt. In dem Selbstexperiment steht die eigene Person als Forschende*r/Aktive*r im Zentrum der reflexiven Betrachtung. Es zeigt, dass trotz dominanter Debatten um gesellschaftlichen Zerfall, Radikalisierung und Fragmentierung Bürger*innen in verschiedensten Kontexten und Situationen mit neuen Ansätzen experimentieren, um Solidarität zu zeigen und soziale Gerechtigkeit im Kleinen zu verwirklichen. Selbstexperimente und partizipatives Handeln werden auf verschiedene Weise dokumentiert und veröffentlicht, etwa in Academic Video-Clippings, Storytellings und Blogs.

mehrweniger

Aktueller Stand und weitere Arbeitsschritte

 

Das Kolleg setzt sich aus 20 Personen (M.A. und PhD) zusammen, die sich ab November 2018 für die Teilnahme bewerben konnten und von der Studienstiftung gefördert werden. Im Sommer 2019 begann das Kolleg mit einem ersten einwöchigen Treffen (15.–20.9.2019), weitere drei Treffen folgen bis zum Frühjahr 2021 (22.–27.3.2020; 23.–28.8.2020; 28.2.–06.3.2021). Während bei den ersten beiden Treffen die Forschung angeleitet und diskutiert wird, dienen die letzten beiden Treffen der Vorbereitung einer Publikation.

mehrweniger