Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften: Skalierung und Vertiefung

 


Projekt: Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften: Skalierung und Vertiefung

Vorgängerprojekt: Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes für geflüchtete Menschen in Flüchtlingsunterkünften

Laufzeit: 01.01.2021 - 31.12.2022

Projektteam:Dr. Kristina Seidelsohn (Projektkoordination), Sifka Frederiksen M.A.


 

Inhalt und Fragestellung

Gewaltschutz ist in Geflüchtetenunterkünften bundesweit eine zentrale Aufgabe von Betreibern und Trägern der Einrichtungen. Trotz teils variierender sozialer, rechtlicher und institutioneller Bedingungen bedarf seine Umsetzung in jeder Einrichtung eines beständigen Monitorings, kombiniert mit gezielten Evaluierungen seiner Wirksamkeit. In einem Pilotprojekt 2019-2020 hatte das DeZIM-Institut für diesen Zweck ein online-basiertes und modulares Monitoringinstrument entwickelt sowie Methoden zur Evaluation der Prozesse und Wirkungen des Gewaltschutzes. Das aktuelle Projekt baut auf diese Pilotphase auf und 1. skaliert das Monitoringinstrument für eine bundesweite Implememtierung und Anwendung unter Berücksichtigung landes- und einrichtungsspezifischer Rahmenbedingungen und 2. evaluiert mit qualitativen Studien in ausgewählten Einrichtungen Schutzprozesse und Risiken, insbesondere zu bislang gefährdeten Gruppen und vernachlässigten Aspekten. Als Projektziele befruchten sich somit gegenseitig der Erkenntnisgewinn über und die Weiterentwicklung von Gewaltschutz mit der langfristigen bundesweiten Institutionalisierung eines Monitorings in Geflüchtetenunterkünften.

 

In dem Projekt beschäftigen wir uns mit Fragen, wie sich das entwickelte Gewaltschutzmonitoring bundesweit in Geflüchtetenunterkünften skalieren lässt, an lokale Bedarfe anpassen werden kann und wie eine verantwortungsvolle Auswertung und Analyse der Daten vorbereitet werden können. Des Weiteren stellen sich in dem Projekt die Fragen, wie und mit welchen Wirkungen der Gewaltschutz in Geflüchtetenunterkünften umsetzbar ist, welche Risiken für gefährdete Gruppen und welche Potentiale des Gewaltschutzes sich identifizieren lassen, um den Gewaltschutz und das Monitoring zu verbessern, und welche best-practice Modelle im Umgang mit besonders gefährdeten Gruppen in der Umsetzung des Gewaltschutzes identifiziert werden können.


Methodik

Das Pilotprojekt verfolgte einen Mixed-Methods-Ansatz, der Konzepte und empirische Erkenntnisse des Gewaltschutzes in Beziehung setzt. Das Monitoring basiert auf einer partizipativen Indikatorenentwicklung, der die bundesweiten Mindeststandards des Gewaltschutzes zugrunde liegen. Aus den Indikatoren wurden Surveys entwickelt, die für Längsschnittanalysen in eine automatische Datenvisualisierung umgesetzt wurden. Ergebnisse der qualitativen Evaluation dienten dazu, das Monitoringinstrument zu überarbeiten.

In der Fortführung des Projekts wird das Monitoringinstruments implementiert, an lokalen Bedarfe angepasst und skaliert. Parallel wird an zwei ausgewählten Standorten eine qualitative Studie zu spezifischen Aspekten des Gewaltschutzes für Mütter (Väter) mit Neugeborenen durch Einzel- und Gruppeninterviews mit Mitarbeitenden der Kooperationsstandorte sowie lokalen externen Stakeholdern und Bewohner*innen (insbesondere Mütter, Väter, weitere Betroffene) durchgeführt. Die Ergebnisse werden unter partizipativer Beteiligung der Bundesinitiative, von Stakeholdern der Einrichtungen inklusive der Bewohner*innen sowie von Wissenschaftler*innen analysiert und ausgewertet. Sie dienen dazu Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Gewaltschutzes zu entwickeln und Indikatoren des Gewaltschutzmonitorings zu überarbeiten und zu ergänzen.

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Aktueller Stand

Im Pilotprojekt wurde das digitale und modulare Monitoringinstrument zur langfristigen Überprüfung und Weiterentwicklung des Gewaltschutzes in Flüchtlingsunterkünften entwickelt. Der Prototyp des Gewaltschutzmonitors wurde im Dezember 2020 fertiggestellt und präsentiert.

In der ersten Forschungsphase wurden zunächst Netzwerke mit Landesaufnahmebehörden aufgebaut und erweitert sowie die spezifischen Ziele und Aufgaben des Monitorings in ihren Einrichtungen untersucht. Zusätzlich wurde die technische Skalierung des Monitoringsinstruments in Zusammenarbeit mit der Firma Cause & Effect entwickelt und bearbeitet.

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Publikationen und weitere Informationen

 

Links:

DeBUG Podcast, Folge 2: Warum ist das Monitoring von Schutzkonzepten wichtig und wie kann es umgesetzt werden? Darüber spricht Ulrike Ottl (Gewaltschutz-Multiplikatorin für Niedersachsen und Bremen) mit Dr. Olaf Kleist (Projekt Monitoring und Evaluierung eines Schutzkonzeptes, DeZIM) – https://www.gewaltschutz-gu.de/fileadmin/user_upload/Audio/2._Folge_Podcast_Monitoring.mp3

Interview: „‘Das Schutzkonzept steht – und jetzt?‘ Monitoring als Bestandteile des Gewaltschutzes in Flüchtlingsunterkünften“, Wie Monitoring und Evaluierung von Schutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften gelingen können erläutert Dr. Olaf Kleist vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung im Gespräch, Newsletter #2, Bundesinitiative "Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften", https://www.gewaltschutz-gu.de/die-initiative/details-2-08-2020/das-schutzkonzept-steht-und-jetzt-monitoring-als-bestandteile-des-gewaltschutzes-in-fluechtlingsunterkuenften

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