Die aktivierte Zivilgesellschaft: Eine Analyse der nachhaltigen Wirkung von bürgerschaftlichem Engagement auf Sozialkapital und Gemeinwohl (aktivzivil)


 

Projekt: Die aktivierte Zivilgesellschaft: Eine Analyse der nachhaltigen Wirkung von bürgerschaftlichem Engagement auf Sozialkapital und Gemeinwohl (aktivzivil)

Beginn: 01.01.2020

Dauer: 3 Jahre

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektkoordination: Prof. Dr. Sabrina Zajak, Dr. Elias Steinhilper

Projektmitarbeiter*innen: Moritz Sommer, Sophia Aalders (studentische Mitarbeiterin)

 


Inhalt 

Das im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingskrise entstandene bürgerschaftliche Engagement gilt in Deutschland als „Sternstunde für die Zivilgesellschaft“. Dieser zivilgesellschaftlichen Aktivierungsschub bildet den Ausgangspunkt des Verbundprojekts.  Das Projekt untersucht dessen nachhaltige Wirkungen für das soziale Kapital und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Dazu werden exemplarisch anhand von sechs mittelgroßen Städten drei Ebenen der Aktivierung untersucht: 

a) Auf der Ebene des individuellen Engagements wird untersucht, inwiefern dieses in dauerhafte Formen der Beteiligung übergeht. 

b) Auf der Organisationsebene wird untersucht, inwiefern der Aktivierungsschub von 2015 die zivilgesellschaftliche Infrastruktur langfristig verändert hat.

c) Auf der Ebene der gesellschaftlichen Folgen wird untersucht, welche Folgen sich für den sozialen Zusammenhalt in Deutschland.

 


Methodik

 

Das Projekt kombiniert qualitative und quantitative Methoden, um die drei Dimensionen der Wirkung zivilgesellschaftlichen Engagements zu untersuchen. Auf der individuellen Ebene werden über problemzentrierte Interviews individuelle Engagementbiographien analysiert. Auf der Organisations-Ebene werden in einem Methodenmix aus Dokumentenanalyse (online & offline) und Expert*innen-Interviews zentrale Organisationen und deren Vernetzung erhoben. Auf der Ebene der gesellschaftlichen Folgen wird ein Perspektivwechsel vorgenommen und in strukturierten Interviews Vertreter*innen der gesellschaftlichen Teilbereiche Bildung, Arbeit und Verwaltung nach der Rolle des Aktivierungsschubs für soziale Teilhabe befragt. Am DeZIM-Institut wird darüber hinaus das Verhältnis von Engagement, Gemeinwohl und Protest auf Basis einer Protestereignisanalyse untersucht. Denn Protest kann einerseits konstitutiv für Gemeinwohl sein, wenn Bürger*innen ihre Vorstellungen von Gemeinwohl öffentlich artikulieren und diese Mobilisierung wiederum Auswirkungen auf Inhalte und Form von Lokalpolitik hat. Andererseits kann Protest aber auch zum Ausdruck bringen, dass vertikale Bindungen zwischen Zivilgesellschaft und Staat brüchig sind und Konflikte nicht anderweitig absorbiert werden können.

 

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Projektpartner*innen

 

Das Verbundvorhaben „Die aktivierte Zivilgesellschaft“ wird an drei Forschungseinrichtungen realisiert; dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut); dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück (IMIS). Die Projektleitungen sind Prof. Dr. Sabrina Zajak und Dr. Elias Steinhilper (DeZIM-Institut), Prof. Dr. Edgar Grande und Prof. Dr. Swen Hutter (WZB) und Prof. Dr. Helen Schwenken (IMIS).

Zur Begleitung der empirischen Arbeit und zur Anwendungsorientierung kooperiert das Verbundprojekt mit sieben zivilgesellschaftlichen Organisationen, die zivilgesellschaftliche Arbeit im Rahmen eines Beirats koordinieren. Diese sind im Einzelnen: Arbeit und Leben e.V.; Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V.; Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement e.V.; Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e.V.; Diakonie Deutschland/ Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.; Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands e.V.; PHINEO gemeinnützige AG.

 

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Kontakt

 

Gesamtverbundleitung: Prof. Dr. Sabrina Zajak (zajak@dezim-institut.de)

Verbundkoordination: Dr. Elias Steinhilper (steinhilper@dezim-institut.de)

Projektmitarbeit: Moritz Sommer (sommer@dezim-institut.de)

 

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