Migrant*innen in ostdeutschen Subeliten


 

Projekt: Migrant*innen in ostdeutschen Subeliten

Vorgängerprojekt: Soziale Integration ohne Eliten? Ausmaß, Ursachen und Folgen personeller Unterrepräsentation ausgewählter Bevölkerungsgruppen in den bundesdeutschen Eliten

Laufzeit: 01.01.2021 - 31.12.2022

Projektteam: Dr. Kathleen Heft

 


 

Inhalt und Fragestellung

Aus der Elitenforschung ist bekannt, dass sowohl Migrant*innen und ihre Nachkommen als auch Ostdeutsche in hohen Führungspositionen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Sektoren deutlich unterrepräsentiert sind. Dies gilt noch einmal mehr für Frauen aus diesen sozialen Gruppen.

Anknüpfend an das Vorgängerprojekt „Soziale Integration ohne Eliten?“ bearbeitet das Projekt „Migrant*innen in ostdeutschen Subeliten“ einen bisher in der Elitenforschung kaum berücksichtigten Aspekt: Personen mit eigener und familiärer Migrationserfahrung in die DDR bzw. nach Ostdeutschland und deren personelle Unterrepräsentation in ost- und bundesdeutschen Sub-/Eliten.

Das Projekt untersucht die Karrierewege von Migrant*innen und ihren Nachkommen, die einen Aufstieg in hohe Führungspositionen erreicht haben und fokussiert dabei auf Chancen und Hindernisse – z.B. individuelle, strukturelle und institutionelle Diskriminierungsmechanismen, insbesondere Rassismus – und vergleicht diese mit Karrierewegen, Diskriminierungserfahrungen und Chancen von Migrant*innen und ihren Nachkommen, die in die BRD bzw. nach Westdeutschland migriert und dort in hohe Führungspositionen aufgestiegen sind.

Die Ergebnisse geben Auskunft über Karrierewege sowie Aufstiegschancen und -hürden einer sozialen Gruppe, die in mehrfacher Hinsicht in bundesdeutschen Sub-/Eliten und Spitzenpositionen unterrepräsentiert ist. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis des Wandels von Institutionen in sich pluralisierenden Gesellschaften, ihrer Offenheit und Schließung sowie ihrer Repräsentationslogiken. Das Projekt leistet darüber hinaus einen Beitrag an der Schnittstelle von Migrationsforschung und Ostdeutschlandforschung und trägt dazu bei, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen intersektionalen Diskriminierungserfahrungen unterschiedlich marginalisierter Gruppen besser zu verstehen.

 


Methodik

 

Im Projekt werden zunächst im Vorgängerprojekt erhobene Daten (Biografiedatenbank mit systematisch erhobenen Karriereverläufen von Eliteangehörigen, Interviews mit Eliteangehörigen und Fokusgruppendiskussionen) mit einer neuen, vertiefenden Schwerpunktsetzung auf Karrieren und Erfahrungen von Migrant*innen und ihren Nachkommen in der DDR und im Osten Deutschlands ausgewertet.

Darüber hinaus werden zusätzliche leitfadengestützte Interviews mit migrantischen Sub-/Eliteangehörigen aus und in Ost- und Westdeutschland geführt. Neben allgemeinen Fragen zu Karrierewegen, Zugängen und Hürden stehen hier vor allem die Rolle von DDR- und ostdeutschlandspezifischen personellen, strukturellen und institutionellen Diskriminierungsverhältnissen, z.B. die höhere Prävalenz von Rechtsextremismus und -populismus sowie von Migrationsabwehr, für die Karrieren der untersuchten Gruppe im Fokus.

 

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Aktueller Stand

 

 

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Publikationen und weitere Informationen

 

Publikation in Vorbereitung:

Heger, K., Heft, K. (in Vorbereitung): Die bundesdeutschen Eliten im intersektionalen Geschlechterverhältnis. DeZIM Research Notes. Berlin: DeZIM-Institut.

Publikation aus dem Vorgängerprojekt:

Vogel, L., Zajak, S. (2020): Teilhabe ohne Teilnahme? Wie Ostdeutsche und Menschen mit Migrationshintergrund in der bundesdeutschen Elite vertreten sind. DeZIM Research Notes – DRN #4/20. Berlin: DeZIM-Institut.

 

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