Kooperationsprojekt: Soziale Kohäsion in Krisenzeiten

Die Corona-Pandemie und anti-asiatischer Rassismus in Deutschland


 

Ausgangslage

Die Corona-Pandemie, ausgelöst durch SARS-CoV-2 und die daraus resultierende Krankheit COVID-19, hat die Lebensverhältnisse der Menschen weltweit in drastischem Maße verändert. Sie geht mit einem hohen Ausmaß an Unsicherheit einher, das durch ökonomische Einschnitte sowie Ausnahmezustände wie Kontaktsperren und Ausgangsverbote unbestimmter Länge hervorgerufen wird. Als Folge hat sich weltweit, so auch in Deutschland, Rassismus gegenüber asiatisch gelesenen Menschen verschärft (z.B. Asmelash, 2020; korientation e.V., 2020; Le, 2020). 

Diese Entwicklung steht dabei in engem Zusammenhang mit der medialen Berichterstattung, die vielfach klischeebeladen und stereotyp an kolonial-rassistische Diskurse anknüpft, Emotionen weckt und Schuldzuweisungen vornimmt.

Fast eine Million Menschen in Deutschland stammen selbst oder sind Nachkommen aus asiatischen Ländern (DESTATIS 2017). Dennoch wird anti-asiatischer Rassismus in der bisherigen Forschung kaum betrachtet, da diese Personen ökonomisch gut integriert sind und ein geringeres Ausmaß an offenem Rassismus erfahren. Da die Gruppe der asiatisch gelesenen Menschen im Moment in der öffentlichen Diskussion eine stark saliente Gruppe darstellt, ermöglicht eine kurzfristige Datenerhebung das Schaffen einer Grundlage zur Untersuchung der Mechanismen und Konsequenzen des erstarkenden Rassismus.

Forschungsziele

Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Frage, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf Rassismus gegenüber asiatisch gelesenen Menschen in Deutschland hat. Wir greifen auf ein Mixed-Method-Design zurück, das eine quantitative Befragung mit experimentellen Elementen und eine qualitative Tagebuchstudie kombiniert. Zum einen betrachten wir die gesamtgesellschaftliche Perspektive und untersuchen, welche sozialen und psychischen Faktoren anti-asiatischen Rassismus begünstigen. Im Fokus stehen dabei zwei zentrale Erklärungsmechanismen: Unsicherheit und Schuldzuweisungen sowie Emotionen wie Ekel, Angst oder Wut. Zum anderen befassen wir uns mit der Perspektive der Betroffenen selbst und analysieren, wie sich Diskriminierungserfahrungen auf zentrale Indikatoren des gesellschaftlichen Zusammenhalts auswirken und welche Ressourcen wie Ambiguitätstoleranz diesen Zusammenhang beeinflussen können 

Umsetzung und Methoden

Das Projekt wird im Rahmen der Sonderausschreibung Grand Challenges: Pandemie der Berlin University Alliance gefördert.
Um der Komplexität des Gegenstandes gerecht zu werden, ist das Forschungsprojekt als Kooperationsvorhaben zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin sowie dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) angelegt.

Das Projekt hat eine Laufzeit von Juli bis Dezember 2020.

Die wesentlichen Arbeitsschritte sind:

Arbeitspaket 1: Außenperspektive

- Vorbereitung des Online-Surveys und Pretest 
- Durchführung der Erhebung


Arbeitspaket 2: Innenperspektive

- Feldzugang über MSO
- Vorbereitung eines Online-Surveys bei Betroffenen 
- Vorbreitung und Druchführung der Tagebuchstudie


Arbeitspaket 3: Auswertung

- Auswertung und Triangulation der Ergebnisse
- Erstellung eines Kurzreports und Vorstellung

 


Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) – Humboldt-Universität zu Berlin

Projektleitung: Prof. Dr. Naika Foroutan

Projektmitarbeiterin: Dr. Kimiko Suda

Freie Universität Berlin

Projektleitung: Dr. Christoph Nguyen

 

DeZIM-Institut Berlin

Projektteam: Dr. Sabrina Mayer (Koordination), Dr. Susanne Veit, Dr. Ralf Wölfer

DeZIM-Institut

Medienkontakt

E-Mail: presse@dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30-804 928 93