DeZIM-fdz: DeZIM-Forschungsdatenzentrum


 

Im Zuge des Strukturprojekts soll die Frage geklärt werden, welche Funktionen ein Forschungsdatenzentrum am DeZIM-Institut (DeZIM.fdz) mittel- bis langfristig erfüllen soll und welche Strukturen zu schaffen sind, um die Bearbeitung dieser Aufgaben langfristig zu ermöglichen. Bislang wurden drei Aufgabenschwerpunkte identifiziert, die im Rahmen des Projekts weiter spezifiziert und konkretisiert und für deren spätere Bearbeitung die entsprechenden Strukturen vorbereitet beziehungsweise geschaffen werden sollen: (1) Archivierung von Daten; (2) Informationsbereitstellung zu Daten der Migrations- und Integrationsforschung und (3) Methodenberatung.

 

(1) Archivierung von Daten

Die Archivierung von Daten bezieht sich dabei auf alle Daten, die am DeZIM-Institut selbst oder in den Instituten der DeZIM-Gemeinschaft zu Fragestellungen der Migrations- und Integrationsforschung erhoben werden. Im Vergleich zu einem allgemeinen Datenarchiv erhöht die Etablierung eines spezifischen FDZ im Bereich der Migrations- und Integrationsforschung die Sichtbarkeit der Daten und fördert und erleichtert die Nutzung der Daten für Sekundäranalysen. Perspektivisch soll das Angebot auch auf andere Datensätze der Migrations- und Integrationsforschung erweitert werden, die nicht im mittelbaren Umfeld von DeZIM erhoben und erfasst wurden, sofern die jeweiligen Datenproduzenten dies wünschen.

 

(2) Informationsbereitstellung zu Daten der Migrations- und Integrationsforschung

Zusätzlich soll mit dem DeZIM.fdz ein Informationszentrum der empirischen Integrations- und Migrationsforschung entstehen, das die relevanten Informationen zu den am DeZIM.fdz archivierten Studien zur Verfügung stellt. Darüber hinaus sollen auch Basisdaten zu anderen Studien bereitgestellt werden, die nicht am DeZIM.fdz archiviert werden. Durch diese möglichst breite Ausrichtung soll mit dem FDZ eine zentrale Anlaufstation sowohl für die Mitglieder der DeZIM-Gemeinschaft als auch für die breitere wissenschaftliche Öffentlichkeit aufgebaut werden, an der man sich zu einer Vielzahl an bereits existierenden Studien in diesem Themenbereich informieren kann.

 

(3) Methodenberatung

Und schließlich soll das DeZIM.fdz auch Methodenberatung leisten. Das Team am FDZ versteht sich dabei in erster Linie als Mittler zwischen Datenproduzenten der am FDZ abgelegten Studien und Datenkonsumenten. Angedacht sind dabei beispielsweise sogenannte „Meet the Data“-Workshops, in denen Datenproduzenten ihre Daten und damit verbundene Analysemöglichkeiten vorstellen. Zudem sollen auch Workshops zu spezifischen Analysemethoden angeboten werden, die dann praxisorientiert an ausgewählten, beim DeZIM.fdz abgelegten Datensätzen vermittelt werden (z.B. Panelanalyse mit längsschnittlichen Datensätzen der Migrations- und Integrationsforschung). Hierzu sollen – wenn nötig – externe Referenten eingeladen werden. Weiterhin soll das DeZIM.fdz Methodenberatung für am DeZIM-Institut oder in der DeZIM-Gemeinschaft angesiedelte Primärdatenerhebungsprojekte anbieten oder vermitteln.

Neben diesen Kernaufgaben werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DeZIM.fdz  selbst eigenständige Forschung betreiben, wobei hierfür auch die am DeZIM.fdz archivierten Daten ausgewertet werden sollen. Dies garantiert eine gute Kenntnis des am FDZ verfügbaren Datenbestands und wirkt sich hierüber positiv auf die Beratung von Nutzern aus. Und schließlich ermöglicht die eigenständige Forschung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Identifikation von Forschungslücken, die dann rekursiv an die beteiligten Institutionen der DeZIM-Gemeinschaft oder das DeZIM-Institut rückgemeldet werden, um neue Forschungsarbeiten zu initiieren.


 

Involvierte Institute

  • Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)
  • Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)

Mitarbeitende

  • Jörg Dollmann (MZES)
  • Konstanze Jacob (MZES)
  • Niels Michalski (BIM)
     

Pilotprojekt: Forschungskolleg Migration

Das internationale Pilotprojekt „Forschungskolleg Migration“ versteht sich als Diskussionsforum, widmet sich neuen Themenfeldern der Migrationsforschung, identifiziert Forschungslücken und unterstützt die Projektarbeit der DeZIM-Gemeinschaft auf verschiedenen Ebenen.

ReNeEd: Research Needs in Education

ReNeEd – Research Needs in Education – zielt darauf ab, Forschungsbedarfe zur Integrationsforschung im Bildungsbereich aus der Perspektive von pädagogisch Professionellen mit Zuwanderungsgeschichte in formalen und non-formalen Bildungssettings zu ermitteln und zu systematisieren.

DeZIM-Vernetzungsstellen

Ziel der Vernetzungsstellen ist die Identifikation von Forschungslücken, die Entwicklung neuer und innovativer Forschungsperspektiven und die Vermeidung von Doppelforschung durch einen intensiven und systematischen Austausch der beteiligten Einrichtungen.

ExiTT: Exit – Transit – Transformation

Der Hauptfokus von ExiTT wird die Vorbereitung eines groß angelegten Forschungsprojekts sein, das Prozesse der Migration dokumentiert und analysiert.

GeFF: Geflüchtete Frauen und Familien

Das Projekt „Geflüchtete Frauen und Familien“ wird in Kooperation mit dem IAB durchgeführt. In dem Forschungsvorhaben wird die Fluchtmigration von Familien und Frauen untersucht.

RADIKAL: Religiöser Extremismus und Radikalisierung aus migrations- und integrationstheoretischer Perspektive

Ziel des Kooperationsprojektes „RADIKAL“ ist das Verständnis des Zusammenhangs von Migration, Religion und Radikalisierung.

ARBEIT: Die Rolle von Diskriminierung für die Arbeitsmarktintegration von jungen Personen mit Migrationshintergrund

Ziel des Teilprojekts ARBEIT ist es, die Ursachen von Arbeitsmarktnachteilen von Personen mit Migrationshintergrund und den relativen Einfluß von Diskriminierung und anderen Wirkungsfaktoren (z. B. Bildungsunterschiede) zu erforschen.

Frauen mit Migrationshintergrund im zivilgesellschaftlichen Engagement

Ein relevanter Anteil der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit sind selbst Frauen mit Migrationserfahrung: Laut einer aktuellen Studie sind über 70 % der Ehrenamtlichen in der Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen weiblich und knapp 16 % haben Migrationserfahrung

MigTex: Textressourcen für die Integrations- und Migrationsforschung

Das Ziel des Projekts ist, für die Migrations- und Integrationsforschung relevante Textressourcen (Korpora, Diktionäre, Annotationen, Trainingsdaten) zu identifizieren, diese in nachhaltige Formate zu überführen und für die Forschung bereit zu stellen.