Bildungsverläufe und Bildungsteilhabe von Kindern aus zugewanderten Familien und Familien mit Fluchterfahrung

 


Projekt: Bildungsverläufe und Bildungsteilhabe von Kindern aus zugewanderten Familien und Familien mit Fluchterfahrung

Projektlaufzeit: September 2018 – Dezember 2020

Projektteam: Steffen Beigang (Projektkoordination), Dorothea Rausch (studentische*r Mitarbeiter*in)


 

Inhalt und Fragestellung

Bezüglich der Bildung und Bildungsverläufe von Kindern aus zugewanderten Familien und Familien mit Fluchterfahrung gibt es in Deutschland eine breite Forschung, eine vergleichsweise sehr gute Datenlage und hervorragende wissenschaftliche Publikationen. Dennoch besteht ein Bedarf an weiterem Detailwissen und der Schließung von Forschungslücken, insbesondere um die politische und zivilgesellschaftliche Praxis verbessern zu können. Ziel des Projekts ist daher eine umfangreiche Aufarbeitung des Forschungsstands, die Entwicklung eines Konzepts für dessen vereinfachte Bereitstellung sowie die Identifikation von Forschungslücken.

Hierfür werden zunächst einzelne Forschungsfragen identifiziert, die eine starke praktische Relevanz haben und zu denen keine deutschsprachige Forschungsübersicht existiert. Der Forschungsstand wird dann kurz aufbereitet und online zur Verfügung gestellt. Die Kernfragen sind dabei stets: Was und wie wird zu dem Thema in Bezug auf Deutschland geforscht? Was ist der gefestigte Wissensstand und welche offenen Fragen existieren?

Neben der textlichen Aufbereitung wird nach Wegen gesucht, wie Forschungsliteratur in Form einer Datenbank bereitgestellt werden kann. Hierbei soll nicht – wie in den meisten bestehenden Datenbanken – auf eine Verschlagwortung zurückgegriffen werden. Stattdessen soll eine zielgenauere Suche ermöglicht werden, wie bestimmte Konzepte inhaltlich zusammenhängen (z. B. Effekt von interethnischen Freundschaften und Geschlecht auf Vorurteile). Dafür müssen die Konzepte aus dem Text extrahiert und entsprechend aufbereitet werden. Einen wirklichen Gewinn stellt eine solche Datenbank jedoch nur dar, wenn sie einen Großteil der relevanten Forschung umfasst. Um den Aufwand des Aufbaus und der Pflege stemmen zu können, ist es notwendig, die entsprechende Informationsextrahierung weitgehend zu automatisieren. Ob und wie dies möglich ist, soll in dem Projekt untersucht werden


Methodik

 

Im Kontext dieses Projekts werden keine eigenen Daten erhoben. Vielmehr wird bestehende Forschungsliteratur systematisch aufgearbeitet und ausgewertet. Wo es notwendig ist, wird für Datenanalysen auf bestehende Datensätze zurückgegriffen. Eine Besonderheit bilden die ab Ende 2019 zur Verfügung stehenden AID:A 2019 Mig+-Daten, für die Analysekonzepte entwickelt werden. Bei der Evaluation von Möglichkeiten für eine verbesserte Literaturbereitstellung werden im Rahmen des kollegialen Austauschs Gespräche über Möglichkeiten, Grenzen und Nutzen technischer Anwendung mit Wissenschaftler*innen von anderen Institutionen geführt

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Aktueller Stand

 

Bislang wurde ein umfangreiches Konzept für eine Literaturdatenbank entwickelt, das mittels Techniken wie Information Extraction, Text Mining und Machine Learning auf Basis der Volltexte wissenschaftlicher Artikel eine vereinfachte Bereitstellung von Literatur für Wissenschaft und Praxis ermöglichen soll. Dieses Konzept befindet sich gegenwärtig in einer Machbarkeitsstudie. Parallel wurden dazu zwei Themen identifiziert, für die Forschungsüberblicke erstellt werden. Zum einen geht es hierbei um englischsprachige Forschung zur Schulbildung von Geflüchteten in Deutschland. Dies soll einen bestehenden Forschungsbericht ergänzen, der sich fast ausschließlich auf die deutschsprachige Forschung stützt. Zum anderen wird ein Forschungsüberblick zur Nichtversetzung von Kindern aus zugewanderten Familien in die nächsthöhere Klasse erstellt. Hierbei stellt sich die Frage, welches Wissen zu Gründen und Häufigkeiten des „Sitzenbleibens“ bei Kindern aus zugewanderten Familien vorliegt und wie dieses Phänomen in der Forschung bewertet wird. Zudem werden verschiedene Datensätze hinsichtlich weitergehender Auswertungsmöglichkeiten für dieses Thema geprüft.

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Weitere Arbeitsschritte

 

Zunächst werden die laufenden Arbeiten, also Machbarkeitsprüfung der Datenbank, Erstellung der beiden Forschungsüberblicke sowie Evaluation von Auswertungsmöglichkeiten zum Sitzenbleiben, fortgesetzt und Ergebnisse entsprechend publiziert. Sollte die Machbarkeitsprüfung für die Datenbank positiv ausfallen, so ist ein Drittmittelantrag geplant. Auf Basis der Evaluationen von Auswertungsmöglichkeiten zum Sitzenbleiben werden Sekundärauswertungen auf Basis bestehender Datensätze vorgenommen.

Mit Bereitstellung der AID:A 2019 Mig+-Daten stehen dem DeZIM ab Ende 2019 neue Daten zur Verfügung, für die im Jahr 2020 Auswertungskonzepte entwickelt und realisiert werden. Für die Förderperiode Oktober bis Dezember 2020 sind Publikationen auf Basis der AID:A 2019 Mig+-Daten anvisiert.

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