Die Dritte Generation (ggf. Monitoring)

 


Projekt: Die Dritte Generation (ggf. Monitoring)

 

Projektlaufzeit: September 2018 – Dezember 2020  

Projektkoordination:Dr. Niklas Harder

Ehemalige Projektmitarbeiter*innen: Dr. Christian Hunkler

 


 

Inhalt und Fragestellung

Die Lebenssituation der Enkelgeneration von Migrant*innen ist für die Integrationsforschung von besonderer Bedeutung. Herkömmliche Theorien folgen zwei unterschiedlichen Erwartungen: Während die klassische Assimilationstheorie von einer im Vergleich zur ersten und zweiten Generation weiter fortgeschrittenen, nun nahezu vollständigen Integration ausgeht, steht dem vor allem die durch Herbert Gans bekannt gewordene Gegenthese eines zumindest partiellen ‚ethnic revivals‘ entgegen, demzufolge die Enkel*innen der Migrant*innen ihre ethnische Zugehörigkeit symbolisch hervorheben. Gleichzeitig geht die Forschung von der These aus, dass die Nachkommen der klassischen Arbeitsmigrant*innen in Deutschland weiterhin strukturell benachteiligt sind.

Obwohl die Frage nach dem relativen Stand der Integration der dritten Generation im Vergleich zur zweiten von zentraler Bedeutung für die langfristige gesellschaftliche Entwicklung ist, liegen dazu bislang erstaunlich wenige empirische Befunde vor. Auch eine systematische vergleichende Analyse zentraler Integrationsindikatoren steht noch aus. Dies liegt vor allem an der Datenlage, denn die dritte Generation lässt sich bislang nur in wenigen Datensätzen einigermaßen trennscharf identifizieren. Häufig sind zudem die Fallzahlen zu gering, um aussagekräftige Analysen durchzuführen, auch weil der Generationenvergleich nur bei einer adäquaten Kontrolle von Kompositionseffekten sinnvoll ist.

 


Methodik

 

In diesem Projekt soll eine solche systematische und langfristige Beobachtung der dritten Generation, relativ zur ersten und zweiten, entwickelt werden.

Den ersten Schritt bilden dabei eine Übersicht bzw. eine Metaanalyse von Studien, die Analysen über die dritte Generation enthalten. Anschließend werden schrittweise vorhandene Surveys daraufhin überprüft, ob und wie sie eine Identifikation der dritten Generation zulassen und ob sie sich durch Sekundäranalysen, gegebenenfalls auch durch Kumulation einzelner Datensätze, für entsprechende weitere Analysen nutzbar machen lassen.

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Aktueller Stand

 

In der ersten Phase (bis Ende 2018) wurden die ersten verfügbaren Datensätze beschafft und für die Analyse aufbereitet. Mit dem Antrag AID:A Mig+ (gemeinsam mit dem DJI) wurde auch die Grundlage für die Erhebung neuer Daten geschaffen, die nicht nur in diesem Projekt zukünftig ausgewertet werden sollen. Allerdings konnte die Stelle erst ab dem 1. Januar 2019 besetzt werden, weshalb es in der Datenauswertung zu Verzögerungen gekommen ist.

 

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Weitere Arbeitsschritte

 

In der nächsten Projektphase sollen zuerst die bald verfügbaren Daten aus dem Mikrozensus 2017 ausgewertet werden. Es wird erwartet, dass die AID:A Mig+ Daten noch 2019 zur Verfügung stehen werden. Diese erlauben die Analyse der zentralen Integrationsdimensionen zwischen den jeweiligen Zuwanderungsgenerationen (dritte Generation im Vergleich zu erster und zweiter sowie zu Personen ohne Migrationshintergrund).

Am Ende dieser Projektphase steht ein ausführlicher Bericht, der den Wissensstand über die relativen Erfolge der dritten Generation im Hinblick auf die derzeitigen Studien und die vorhandene Datenlage zusammenfasst. Damit verbunden wird eine ausführliche Beurteilung, wie sich dies perspektivisch in eine langfristige Beobachtung umsetzen lässt. Dies wird gegebenenfalls in einen Antrag auf eine notwendige Datenerhebung für spätere Projektphasen münden.

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