Häusliche Pflege in Zeiten der Pandemie

 


Projekt: Häusliche Pflege in Zeiten der Pandemie: Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingten Grenzschließung auf die betroffenen Familien in Deutschland und deren Pfleger*innen aus Osteuropa

Beginn: 01.05.2020

Projektleitung: Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Dr. Niklas Harder

Projektmitarbeiter*innen: Susanne Bartig, Theresa Schwass

In Zusammenarbeit mit Kamil Matuszczyk (Universität Warschau)

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Inhalt und Fragestellung

Haushalte in Deutschland werden bei der Pflege älterer Angehöriger häufig durch ausländische, vor allem osteuropäische, Migrant*innen unterstützt. Die Pfleger*innen arbeiten dabei häufig in einem transnationalen Rotationssystem, d.h. dass sie sich mit einer weiteren Pflegekraft in einem bestimmten Rhythmus abwechseln und zwischen Deutschland und ihrem Herkunftsland pendeln. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen, wie die temporäre Grenzschließung, stellen jedoch eine große Herausforderung für die Gewährleistung der häuslichen Pflegearrangements dar. Die Studie verfolgt das Ziel, den Umgang mit dieser bisher einmaligen Krisensituation und die Auswirkungen auf die betroffenen Familien in Deutschland und den Pfleger*innen zu untersuchen. Daneben liegt ein Schwerpunkt auf der Erfassung von möglichen (systembezogenen) Veränderungen der Pflege(arrangements). Folgende Fragestellungen sind von besonderem Interesse:

 

Situation der betroffenen Haushalte in Deutschland:

  • Organisation der Pflege vor der Pandemie
  • Einfluss der (temporären) Grenzschließung auf die Pflegekonstellation
  • Umgang mit epidemiologischen Risiken
  • Zukünftige Pflegearrangements

 

Situation der Pfleger*innen und deren Haushalte:

  • Informationen zur Pflegekonstellation und Arbeitssituation
  • Umgang mit der (temporären) Grenzschließung
  • Auswirkungen der Situation auf die Haushalte der Pfleger*innen
  • Zukunftspläne

 

Neben den betroffenen Familien und den Pfleger*innen liegt zudem ein Schwerpunkt auf der Erfassung des Umgangs mit der Corona-Pandemie und deren Folgen für die Arbeit der Vermittlungsagenturen (Wegfall von Pfleger*innen, neue Rekrutierungsstrategien, Qualifizierungsangebote usw.).

 


Methodik 

 

In der Studie wird eine modulare Vorgehensweise angewandt, wobei jedes Modul der Prüfung der Machbarkeit der weiteren Module beinhaltet. Die folgenden Module sind geplant:

Modul 1: Interviews mit ausgewählten Expert*innen und Vertreter*innen der in Polen und in Deutschland registrierten Vermittlungsagenturen

Modul 2: CAWI-Befragung der osteuropäischen Pfleger*innen in Deutschland

Modul 3: CAWI-Befragung der Haushalte in Deutschland

Modul 4: CAWI-Befragung der Haushalte der Pfleger*innen

Modul 5: Wiederbefragung(en) aller Zielgruppen

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