Migrationsordnungs-, -system und -regimeanalyse sowie Entwicklung von zukünftigen Migrationsszenarien

 


Projekt: Migrationsordnungs-, -system und -regimeanalyse sowie Entwicklung von zukünftigen Migrationsszenarien

Laufzeit: 01.10.2018 – 31.03.2020

Projektkoordination: Dr. Franck Düvell

Ehemalige Projektmitarbeiterin: Dr. Sulin Sardoschau


 

Inhalt und Fragestellung

Wir erleben gegenwärtig eine Periode fundamentaler sozialer Transformationen, die charakterisiert ist durch den Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte, den BRICS- und MINT-Staaten, zunehmende soziale und demographische Ungleichgewichte, geopolitische Unbeständigkeiten, die in diversen Konflikten, sozialen Bewegungen und Aufständen in der Nachbarschaft der EU sichtbar werden, sowie insbesondere die Vierte Industrielle Revolution und nicht zuletzt den Klimawandel. In Deutschland und anderen Ländern geschieht dies vor dem Hintergrund alternder und schrumpfender Bevölkerungen und einer Arbeits- und vor allem Fachkräfteknappheit. Diese Konstellation bringt zunehmende geografische Mobilität und Migration ebenso wie Fluchtbewegungen hervor. Männer und Frauen sowie verschiedene Altersgruppen werden jeweils spezifisch von diesen Verwerfungen berührt, haben geschlechtsspezifische Optionen und reagieren demnach unterschiedlich. All dies berührt die Position der einzelnen Staaten innerhalb der Regionen und globalen Migrationsordnung. In diesem Projekt soll deshalb vor dem Hintergrund von sozialer Transformation und Migrationstransitionsprozessen die Möglichkeit zukünftiger Migrationsszenarien für Deutschland eruiert werden. Zudem dient dieses Projekt dazu, die Position und Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der regionalen Migrationsordnung als Zielland von Migration im regionalen Kontext zu verstehen.

 


Methodik

 

In diesem Projekt werden wir in einem ersten Schritt eine Sekundäranalyse verschiedener makro-ökonomischer und soziologischer Veröffentlichungen zu langfristigen Prognosen und Szenarien vornehmen sowie die darin angewendeten Methoden einer kritischen Betrachtung unterziehen. In einem zweiten Schritt werden wir die Methoden auf die Bundesrepublik Deutschland anwenden. Schließlich wird das Ergebnis einer kritischen Gesamtschau unterworfen. In diesem Kontext werden wir auch die Kooperation verschiedener sozialwissenschaftlicher Disziplinen erproben.

mehrweniger

Aktueller Stand

 

In der bisherigen Projektarbeit haben wir im ersten Schritt einen Fachaufsatz zum konzeptionellen und theoretischen Rahmen von Migrationsordnungen verfasst. In einem zweiten Schritt haben wir den Stand der quantitativen und qualitativen Forschung zur Erstellung von Migrationsvorhersagen ermittelt, die Ergebnisse zusammengestellt und die verschiedenen verwendeten Methoden kritisch analysiert und untersucht, ob und wie Migrationsszenarien erstellt werden können. Wir haben vier Typen von Modellen untersucht: Bayesian Statistical Modelling, Gravity Models von Migration, Structural Equation Models und hybride Modelle. Mit einer Reihe von Autor*innen haben wir Berechnungen für Deutschland durchgeführt, dabei zeigte sich, dass die Unsicherheit schon nach einem Jahr sehr hoch war. Es stellte sich heraus, dass angesichts der aktuellen administrativen und Survey-Datenlage oder auch anhand von Big Data keine zuverlässigen Vorhersagen getroffen werden können. Die Projektergebnisse haben wir intern und international begutachten lassen und anschließend in einem Forschungsbericht dargestellt. Zudem wurde eine Briefing Note spezifisch zur Rolle von Entwicklungspolitik und Bildung in Migrationsprozessen verfasst, die im Herbst 2019 veröffentlicht wird. Weitere Aktivitäten umfassten Vorträge auf einer Reihe von internationalen Workshops und Konferenzen und intensives Netzwerken mit internationalen Kolleg*innen.

mehrweniger

Weitere Arbeitsschritte

 

Die Literaturrecherche hat ergeben, dass der Forschungsstand zum Thema gut ist, vieles allerdings wenig sichtbar publiziert wurde. Darüber hinaus sind – aufgrund einer begrenzten Datenlage – zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Analysen möglich, die den derzeitigen Kenntnisstand wesentlich erweitern würden. Deshalb werden wir uns im weiteren Verlauf darauf beschränken, die Ergebnisse und vorhandenen Daten in Form einer Webseite zu visualisieren, zu annotieren und nutzerfreundlich zu präsentieren.

 

mehrweniger

Projekt-Publikationen