EU finanziert europaweites Projekt zu „Solidarität in Vielfalt“. Das DeZIM-Institut ist daran beteiligt.  


 

Das DeZIM-Institut ist Teil des europaweiten wissenschaftlichen Netzwerks Solidarity in Diversity(SOLiDi). SOLiDi besteht aus neun Universitäten und 23 Partnerorganisationen in acht europäischen Ländern sowie dem DeZIM-Institut. Das Netzwerk geht der Frage nach, wie sich Solidarität über ethnisch-kulturelle Grenzen hinweg festigen lässt. Koordiniert wird es vom belgischen Stadtsoziologen Stijn Oosterlynck, der an der Universität Antwerpen lehrt. 

Ziel des SOLiDi-Netwerks ist es, eine neue Vision von Solidarität zu entwickeln, die zu superdiversen Gesellschaften passt. Rechtsradikale und illiberale Kräfte haben den Begriff der Solidarität in den vergangenen Jahren erfolgreich vereinnahmt, um Gesellschaften zu spalten. Europas Demokratien fordert das heraus zu ergründen, unter welchen Bedingungen Solidarität in vielfältigen Gesellschaften entstehen und gedeihen kann.  

SOLiDi will dazu ein internationales Graduiertenkolleg starten, das 2021 beginnen soll. Zunächst einmal 15 Forscher*innen sollen in den relevanten Theorien, Forschungsmethoden und -paradigmen sowie der entsprechenden Forschungsethik ausgebildet werden. Das soll sie in die Lage versetzen, lokale Solidarität in Vielfalt in unterschiedlichen Zusammenhängen zu untersuchen. Stipendiat*innen sollen ab 2021 für 36 Monate an zwei Universitäten betreut werden und mit Partnerorganisationen aus der Praxis zusammenarbeiten. 

Für das DeZIM-Institut wird Prof. Dr. Magdalena Nowicka das Projekt leiten. Deutsche Partnerorganisation ist die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO), ein Dachverband von über 60 Migrantenorganisationen. Die EU hat jetzt zugesagt, das Projekt zu finanzieren. Das SOLiDi-Netzwerk wird somit im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) von der EU gefördert und über das prestigeträchtige Programm "Horizont 2020" finanziert. Das ist eine seltene Ehre: Von 1500 Bewerbungen für das Programm wurden im vergangenen Jahr nur rund 150 bewilligt – also gerade einmal zehn Prozent.