DeZIM_lunch discussion: „2015 darf sich nicht wiederholen!“ Warum eigentlich nicht?

DeZIM_lunch discussion: „2015 darf sich nicht wiederholen!“ Warum eigentlich nicht?


 

Wann: Dienstag, 14.9. 12:30 bis 13:30 Uhr
Wo: Livestream via YouTube

Während sich die Krise in Afghanistan und der Region weiter zuspitzt, ziehen einige Politiker*innen in Deutschland und anderswo von Beginn an Parallelen zu vergangenen Fluchtbewegungen und warnen, eine Situation wie „2015“ dürfe sich nicht wiederholen. Doch lässt sich die Lage in Afghanistan nach dem Sieg der Taliban, die wachsende humanitären Not dort sowie die internationale Ausgangslage mit der Situation vor sechs Jahren vergleichen? Eher nicht. Noch mehr als damals, schotten sich zudem immer mehr Staaten immer stärker gegen Fluchtmigration ab. Die Lage ist heute deshalb eine völlig andere als 2015.

Bevölkerungsumfragen bestätigen zwar immer wieder, dass großer Teile der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor bereit sind, Schutzbedürftige aus Krisenregionen aufzunehmen. Dennoch sorgte die Aufnahme von Geflüchteten und Asylsuchenden in den vergangenen Jahren immer wieder für innen- und außenpolitische sowie zivilgesellschaftliche Kontroversen. Doch was sagt die Forschung dazu? Zur Ankunft und den Integrationsverläufen von Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen, liegen inzwischen umfangreiche Forschungsergebnisse vor. Sie erlauben es, ein differenziertes Bild von „2015“ und den Folgen zu zeichnen. Das betrifft sowohl die Integration von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland als auch den Umgang mit Menschen, die in Europa Schutz suchen.
 
Welchen Beitrag leistet Deutschland heute, um Schutzsuchenden aus Afghanistan und anderswo zu helfen? Welche Bilanz lässt sich ziehen aus den politischen und gesellschaftlichen Anstrengungen in Deutschland, mit der Fluchtmigration der vergangenen Jahre umzugehen? Welche Lehren wurden aus „2015“ und den politischen sowie gesellschaftlichen Auseinandersetzungen damit gezogen? Und welche Lehren sollten gezogen werden?
 
Darüber diskutieren wir mit unseren Gästen:

Markus N. Beeko ist ein deutscher Menschenrechtler. Seit 2016 ist er Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion. Vor seiner Tätigkeit bei Amnesty International arbeitete Markus N. Beeko in leitenden Funktionen beim Schweizer Think Tank Prognos und bei einer großen internationalen Kommunikationsagentur.

Prof. Dr. Herbert Brücker ist Ökonom. Seit 2018 ist er Direktor des Instituts für Empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) in Berlin. Seit 2005 leitet er den Forschungsbereich „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Dr. Ramona Rischke ist eine empirische Migrations- und Armutsforscherin. Sie promovierte im Bereich der Entwicklungsökonomie und ist seit Juli 2020 Co-Leiterin der Abteilung Migration am DeZIM. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Sozialer Zusammenhalt im Kontext von Migration und Flucht.

Prof. Dr. Sabrina Zajak ist Leiterin der Abteilung Konsens & Konflikt am DeZIM. Sie ist außerplanmäßige Professorin an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum. Dort beschäftigt sie sich mit der Erforschung zivilgesellschaftlicher Partizipation und Mobilisierung.

Moderation: Prof. Dr. Andreas Blätte ist Politikwissenschaftler. Seit 2020 ist er Vorsitzender des Interdisziplinären Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) an der Universität Duisburg-Essen.