DEUTSCHES ZENTRUM FÜR INTEGRATIONS- UND MIGRATIONS­FORSCHUNG


Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) ist eine bundesweite Initiative von Wissenschaft und Politik zur Stärkung einer exzellenten und international sichtbaren Integrations- und Migrationsforschung in Deutschland. Das DeZIM setzt sich für eine nachhaltige Vernetzung von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein. Es stellt auf dieser Grundlage eine evidenzbasierte Beratung von Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft zu Themen von Integration und Migration sicher. Das DeZIM basiert auf zwei Säulen: dem DeZIM-Institut und der DeZIM-Gemeinschaft.

 

 

Kontext und Relevanz


Das anhaltend hohe Niveau globaler und europäischer Wanderungsbewegungen und der demografische Wandel haben Fragen der Migration und Integration in den Mittelpunkt der gesellschaftspolitischen Diskussion in Deutschland gerückt. Das DeZIM versteht sich dabei als eine Plattform, um die bestehenden Kompetenzen in diesem Feld zu bündeln.
In öffentlichen und politischen Diskussionen mangelt es oft an einer empirischen Basis. Viel speist sich aus persönlichen Eindrücken, Hörensagen und Mutmaßungen. In Zeiten, in denen empfundene Ungewissheit und überhöhte Emotionalität dominanter werden, benötigen wir wissenschaftlich gesicherte Daten und Einschätzungen. Hier setzt die Arbeit des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung an.

Entstehungsprozess und Kooperation


Der Deutsche Bundestag hat 2016 beschlossen, Mittel bereitzustellen und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit dem Aufbau eines Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung zu beauftragen. Die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley, unterzeichnete am 28. Juni 2017 gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung eine Kooperationsvereinbarung, um die Integrations- und Migrationsforschung zu fördern und zu unterstützen. Darüber hinaus hat das Bundesfamilienministerium Kooperationsvereinbarungen mit den Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg geschlossen. Weitere Bundesländer sind bereits als Kooperationspartner im Gespräch. 

Aufbau und Struktur


Das DeZIM basiert auf zwei Säulen: dem DeZIM-Institut und der DeZIM-Gemeinschaft. Das DeZIM-Institut ist eine ressortforschungsähnliche Einrichtung mit Sitz in Berlin. Es unterstützt das BMFSFJ bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben. Es liefert exzellente Forschung und empirische Daten zu relevanten und dringlichen gesellschaftspolitischen Fragestellungen wie 

  • Muster, Hintergründe und Folgen aktueller Migrationsbewegungen,
  • Integration von Migrant*innen und ihrer Nachkommen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche sowie ältere Personen,
  • Aspekte der gesamtgesellschaftlichen Integration, insbesondere der Akzeptanz bzw. Ablehnung von Vielfalt bis hin zu (De-)Radikalisierungsprozessen, dem zivilgesellschaftlichen Engagement und der Wohlfahrtsarbeit.  

Die DeZIM-Gemeinschaft setzt sich aus zentralen Einrichtungen der Integrations- und Migrationsforschung zusammen. Derzeit zählen hierzu sieben Forschungsinstitute in Deutschland: 

  • Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit
  • Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld
  • Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) an der Universität Osnabrück
  • Interdisziplinäres Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) an der Universität Duisburg-Essen
  • Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) an der Universität Mannheim
  • Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Durch einen intensiven Austausch der interdisziplinären Einrichtungen sollen innovative Forschungsperspektiven entwickelt und Synergien zwischen den einzelnen Forschungsbereichen erzeugt werden. 


„Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung wird einzigartig in der deutschen Forschungslandschaft sein. Wir werden eine nachhaltige Forschungsinfrastruktur aufbauen. Die benötigen wir, um Forschungslücken zu schließen und Integration aktiv zu gestalten. Falschinformationen und Mutmaßungen müssen wir Fakten entgegensetzen!“
Dr. Katarina Barley (ehem. Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

„Integration und Zuwanderung gehören zu den großen Themen unserer Zeit. Für die Bewältigung der Aufgaben, die hieraus für Politik und Gesellschaft erwachsen, benötigen wir fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Integrations- und Migrationsforschung in Deutschland nun gemeinsam stärken können. In Zusammenarbeit mit einem bundesweiten Netzwerk renommierter Institute wird Berlin dem neuen Zentrum eine hervorragende Heimat bieten.“
Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung)

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Vortrag:  26. November 2018 

New Estimates of Unauthorized Immigrants in the U.S. and their Characteristics

Ein Vortrag von Jeffrey S. Passel, Pew Research Center

Trotz aller politischen Rhetorik ist die Zahl nicht-autorisierter Einwanderer in den USA seit 2007 zurückgegangen und auch die Zusammensetzung dieser Gruppe hat sich deutlich verändert. Der Vortrag gibt einen Überblick über diese neuen Entwicklungen. Nach einer kurzen Vorstellung der Erhebungsmethoden präsentiert Jeffrey Passel (Pew Research Center) neue Schätzungen zu nicht-autorisierter Einwanderung in die USA und gibt u.a. Einblicke in Haushalt- und Familienstrukturen und die Rolle dieser Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt.


Berufung von Dr. Franck Düvell in das International Steering Committee

Dr. Franck Düvell, Leiter der Abteilung Migration im DeZIM-Institut wurde in das International Steering Committee der International Metropolis Conference eingeladen. Dies setzt sich aus 81 eminenten RepräsententantInnen aus Staat, Foschung und Zivilgesellschaft aus 31 Ländern zusammen. Das ISC leitet seit 22 Jahren das International Metropolis Projekt und berät die Ausrichter der jährlichen Konferenzen. Dr. Franck Düvell ist damit erst der zweite deutsche Wissenschaftler in diesem Kommittee, nach Steve Vertovec vom Max-Planck Institut in Göttingen.

Dr. Franck Düvell im Interview mit Wolfgang Mueller vom SBS.


Neues Drittmittelprojekt

„Ein Zeitfenster für Vielfalt“ im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung forscht zu Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst

Beschäftigte mit Migrationshintergrund sind im Öffentlichen Dienst unterrepräsentiert. Deshalb wurden Gegenmaßnahmen unter dem Stichwort „Interkulturelle Öffnung“ etabliert. Das Projekt „Ein Zeitfenster für Vielfalt“ gibt einen Überblick über Strategien zur Steigerung des Anteils Beschäftigter mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst und ihren Erfolg. Denn mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation werden viele Stellen in der Verwaltung frei. Die erforderlichen Neueinstellungen bilden eine Chance, um Deutschlands vielfältige Bevölkerung auch in der Verwaltung besser abzubilden.

In einer qualitativen Studie werden zum einen Integrationsbeauftragte in Bund, Ländern und ausgewählten Kommunen zu den politischen Strategien der Interkulturellen Öffnung im Öffentlichen Dienst befragt. Zum anderen werden Maßnahmen der Personalrekrutierung der Obersten Bundes- und Landesbehörden sowie von Kommunalverwaltungen untersucht. Ziel ist die Identifikation von Erfolgsfaktoren für eine Erhöhung des Anteils Beschäftigter mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst.

 


Aktuell im Interview


„Überraschende Ausschläge bei AfD und FDP“ - Prof. Dr. Naika Foroutan im Interview mit Spiegel Online zu Parteipräferenzen von Menschen mit Migrationshintergrund:  weiterlesen


Prof. Dr. Naika Foroutan bei ZDF-Aspekte über Ausgrenzungserfahrungen von Ostdeutschen und muslimischen Migrant*innen: ansehen